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03. September 2014

dogma chamber orchestra gewinnt den ECHO Klassik 2014

„DO.GMA#3 – The Shostakovich Album” (BERTHOLD records / MDG) ausgezeichnet als beste sinfonische Einspielung (20./21. Jahrhundert).

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11. März 2014

Musikkritik audio.de zu "DO.GMA #3 - The Shostakovich Album"

Eine Premiere bietet diese klanglich feine, weil räumlich und natürlich aufgenommene Produktion: Das Dogma Chamber Orchestra hat Schostakowitschs 24 Preludes erstmals in der gelungenen Streichorchester-Fassung ...

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30. Juli 2013

Interview mit julian Waterfall Pollack

Julian Waterfall Pollack im Gespräch über das Album „Waves of Albion“ (7 Juni 2013)

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BRASKIRI

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UNS GEHT ES DARUM, JENSEITS AUSGETRETENER PFADE ZU WANDELN, ES EINFACH ZUZULASSEN, DASS AUCH MAL LUSTIGE, UNVORHERGESEHENE, VERRÜCKTE DINGE PASSIEREN

  • Intro
  • Veröffentlichungen
Bert Lochs
trumpet, flugelhorn
Steffen Granly tuba
Dirk Balthaus grand piano, fender rhodes
Wim Kegel drums

Wie killt man einen Mozzarella und warum - in aller Welt - nennt man eine CD so? Dirk Balthaus, Pianist des Quartetts Braskiri, weiß es. "Die Idee kam von Bert Lochs, einem Trompeter und Flügelhornspieler, mit dem ich seit mehr als 20 Jahren Musik mache. 

Er hat das Stück geschrieben. Eigentlich schreibt er ständig Irgendetwas, weil er Szenen aus seinem Leben in Musik übersetzt. Als wir durch Italien tourten, schwärmte er von einem Mozzarella, den er in Neapel genießen durfte. Er fand es lustig, ein Stück über das Öffnen einer Mozzarella-Packung zu schreiben. Wie man zum Messer greift, in die Packung hineinsticht und das Wasser heraus spritzt. So, dachte er wohl, killt man einen Mozzarella."

Killing the Mozzarella, humorvoll und mit Ecken und Kanten, ist nur ein Stück auf dem gleichnamigen Album. Cappriccioso ist in der gleichen Zeit entstanden - im Süden Italiens. Mit der feinen, mehrstimmigen Melodieführung könnte es eine Reflektion des neapolitanischen Straßenlebens sein, in dem alles passieren kann. Brave Mr. Blackbird dagegen kommt warm, lyrisch und anmutig daher und bezieht sich auf einen Vogel,

der Jahr für Jahr in Lochs Garten zurückkehrt und sich von seinen Kindern füttern lässt –obwohl sein Nest dort von einer Katze oder anderen Vögeln zerstört wurde. Koempel - kraftvoll und lyrisch zugleich – handelt von Bergarbeitern im Ruhrgebiet, den Kumpeln. Eine Welt, in die Balthaus und Lochs eine besondere Verbindung haben, denn Beide kommen aus Bergbauregionen. Das Stück hat Lochs für seinen Großvater geschrieben - einem "echten Kumpel" mit sanftem Gemüt und einer großen Liebe für Musik. "Vielleicht schaut er ja vom Himmel auf uns herab und schmunzelt, wenn wir den Song spielen. Das würde ich mir jedenfalls wünschen", so sein Komponist. Not The Man with the Horn schließlich ist eine Hommage an Avishai Cohen - dem Bassisten wohlgemerkt - obwohl auch der gleichnamige Trompeter bei Braskiri hohes Ansehen genießt.

Uncloud und Tale-o-mat sind völlig frei improvisierte Stücke, die auf Konzerten immer den meisten Applaus einheimsen. "Vermutlich, weil wir damit die Zuschauer in Erstaunen versetzen. Sie fragen sich, wie unser Zusammenspiel funktioniert, kommen aber nicht dahinter. Wow, schallte es während unserer jüngsten Tournee oft aus dem Zuschauerraum zu uns auf die Bühne, wenn wir fertig waren. Das war toll!“, beschreibt Balthaus die euphorischen Reaktionen aus dem Publikum.

Wenn Balthaus musiziert, blendet er Gedanken, die sich mit der Bedeutung der Stücke beschäftigen, meistens komplett aus. "Die Geschichte ist doch schon  in der Komposition angelegt. Und wenn ich auf die musikalischen Inhalte reagiere, erzähle ich sie ohnehin. Das Einzige, was mir in solchen Momenten durch den Kopf geht, ist: mach' alles richtig, denk' dir ein schönes Solo aus, spiel' die richtigen Akkorde, hör' dem Solisten zu, lös' dich von den Akkorden, beschäftige dich mit der Tonart, hör' den Anderen zu. Kurz: lass' einfach alles geschehen!"

KILLING THE MOZZARELLA (2016)

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Den Auftakt der Braskiri-Improvisationen bilden ungewöhnliche Akkordfolgen von Lochs, auf die die Harmonien aufbauen. „Uns geht es darum, jenseits ausgetretener Pfade zu wandeln, es einfach zuzulassen, dass auch mal lustige, unvorhergesehene, verrückte Dinge passieren“, beschreibt Balthaus die Band-Philosophie. "Wenn jemand die Bühne verlassen, seine Tuba auseinander schrauben oder das Mikrofon damit bearbeiten will - kein Problem, alles ist möglich!"

Eine Art des Musizierens, die vor allem bei den Stücken mit hohem Improvisationsanteil wichtig ist. "Mit Uncloud will Bert den Beweis antreten, dass er eben nicht nur weich, schön und lyrisch spielen kann", erklärt Balthaus. "Er will die himmlischen, wolkigen Sphären verlassen und härter spielen, was wir natürlich auch können. Und Tale-o-mat beschreibt uns als Band. Wir sind wie eine Jukebox, die musikalische Geschichten erzählt. Am Anfang hatte ich ein bisschen Bammel vor diesen freien Improvisationen, weil wir das nur selten gewagt haben. Da war ich jedes Mal heilfroh, wenn es vorbei war. Aber je öfter wir es probierten, desto sicherer und selbstbewusster wurde ich. Mittlerweile lasse ich es einfach fließen. Ich liebe diese Freiheit, obwohl ich mich jedes Mal aufs Neue frage, wie ich das gemacht habe, wenn ich es mir noch einmal anhöre.“ 

Während Dirk Balthaus (Klavier), Bert Lochs (Trompete und Flügelhorn) und Wim Kegel (Schlagzeug) eine klassische Jazzausbildung genossen haben, kommt Steffen Granly (Tuba) aus Norwegen – einem Land mit langer Blechbläser-Tradition. Bei Braskiri ersetzt die Tuba weitestgehend den herkömmlichen Bass. Tuba und Schlagzeug fungieren als Rhythmusgruppe, spielen aber auch mit den anderen Instrumenten im Duett und prägen so den ungewöhnlichen, charakteristischen Sound des Quartetts. Auch in den Niederlanden, dem Heimatland Lochs, gibt es eine lange Bigband-Tradition. "Weil er diese Klänge über alles liebt, ist Bert froh, dass er in unser Ensemble zumindest eine Mini-Bigband eingebaut hat, bestehend aus Tuba und Trompete", schmunzelt Balthaus.

Teil der Philosophie von Braskiri ist es auch, besondere Momente auf Konzerten mit dem Publikum zu teilen – und ihm ausreichend Raum für Interpretationen zu lassen. "Ich möchte den Zuschauern keinerlei Vorgaben machen, wie sie unsere Musik zu verstehen haben. Das soll jeder für sich selbst entscheiden“, sagt Balthaus, stellt aber gleichzeitig klar: "natürlich freue ich mich, wenn ihnen unsere Musik gefällt oder sie gar berührt."

Da Braskiri technische Brillanz mit emotionaler Tiefe und Wärme vereinen, sind ihre Zuschauer und Zuhörer von der ungewöhnlichen Musik jedoch ohnehin nur selten enttäuscht, sondern meist angenehm überrascht oder gar beflügelt. 

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