MURAL

1 2 3

WIR MÖGEN DIE IDEE, DASS VERSCHIEDENE DINGE ZUSAMMENKOMMEN UND EIN GROSSES GANZES ERGEBEN – SO WIE BEI EINEM WANDGEMÄLDE.

  • Intro
  • Veröffentlichungen
Aki Ishiguro guitar
Peter Schwebs bass
Rodrigo Recabarren drums

Europäische Klassik, japanischer Folk und südamerikanische Rhythmen – das sind nur drei von zahlreichen Einflüssen, die MURAL in ihrem Zusammenspiel zu einem hochspannenden, vielschichtigen und stimmungsvollen Sound vermischen

Mit ihren Auftritten in New York haben MURAL bereits aufhorchen lassen – nun präsentiert das Trio sein ambitioniertes Debut-Album. Der amerikanisch-japanische Gitarrist Aki Ishiguro, der deutsche Bassist Peter Schwebs und der chilenische Schlagzeuger Rodrigo Recabarren gehören zu den „Rising Stars“ der New Yorker Jazz-Szene, die ihre individuellen virtuosen Fähigkeiten mit raffinierten Eigenkompositionen verbinden. 

Dabei gibt der Bandname das Konzept vor. „Wir mögen die Idee, dass verschiedene Dinge zusammenkommen und ein großes Ganzes ergeben – so wie bei einem Wandgemälde“, erklärt Bassist Peter Schwebs die Philosophie des Trios und ergänzt: „Dabei handelt es sich ja meist um ein größeres Bild, das auf eine Fläche gemalt und in die Umgebung eingebunden ist. Dadurch entsteht eine Wechselwirkung zwischen Künstler, Bild, Umgebung und Betrachter. Diese Wirkung möchten wir auch mit unserer Musik erzielen.“

Bereits vor der Gründung von MURAL konnten alle Bandmitglieder reichlich Trio-Erfahrung sammeln. In verschiedenen Bands und Projekten trafen Ishiguro, Schwebs und Recabarren immer wieder aufeinander. Daraus wurden regelmäßige Sessions in Dreier-Besetzung. „2015 haben wir uns dann dazu entschlossen, noch einen Schritt weiterzugehen und eine Band zu entwickeln und gemeinsam ein Album aufzunehmen“, so Schwebs zur Historie des noch jungen Trios.

MURAL (2016)

tl_files/bertholdrec/mu-220x220b.jpg


Auf ihrem Debut präsentieren MURAL zehn Stücke. Acht Eigenkompositionen (aus der Feder von jeweils einem Bandmitglied) und zwei Standards: ein Arrangement von „Pure Imagination“, dem Titelsong aus dem Film „Willy Wonka and the Chocolate Factory“ (1971), sowie die Wayne Shorter-Komposition „Yes or No“, das die Band in ein modales, energetisches Gewand gekleidet hat. „Die Ideen und Stücke, die wir zu unseren Proben mitbringen, folgen vor allem einer Richtlinie: spannende Wege für das Zusammenspiel in unserer Trio-Besetzung zu finden“, erläutert Schlagzeuger Rodrigo Recabarren den kreativen Prozess, der im Kollektiv abläuft. Entsprechend groß ist die musikalische Bandbreite, die sich zwischen Tradition und Moderne bewegt. 

Schon auf dem Opener des Albums deuten die Musiker eindrucksvoll an, welche außergewöhnlichen Qualitäten in ihrem Ensemble stecken: ausgewogener Sound, differenzierte Dynamik und nahtlose Interaktion. „Vast Mural“ besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen: der durchgehenden, durchkomponierten Gitarrenfigur und einer freien Improvisation. Langsam, aber kontinuierlich bauen die drei Musiker Spannung auf, ehe diese sich im Improvisationsteil entlädt. „Diese Gegensätzlichkeit empfinde ich als sehr erfüllend“, erklärt Komponist und Gitarrist Aki Ishiguro. Seine dichte Gitarrenlinie erzeugt einen harmonischen Teppich und bereitet damit den Weg für Schwebs‘ eingängige Bassmelodie.

Auch bei „Neruda“ steht der Bassist zunächst im Mittelpunkt des Geschehens. Peter Schwebs beginnt das Stück mit einer gestrichenen Melodie in der Daumenlage. Der volle Klang und die Phrasierung des Bogens gestalten den Auftakt des Stückes, das im zweiten Teil in einen entspannten, lässigen Latin-Groove wechselt. Kein Wunder – denn wie der Name des Stückes bereits vermuten lässt, stand der chilenische Dichter und Schriftsteller Pablo Neruda Pate für Ishiguros Komposition.

Die folgende, ebenfalls aus der Feder des Gitarristen stammende Komposition, beschreibt Ishiguro so: „Gypsy Contraband ist ein einfacher Blues, der auf einer heiteren, kleinen Zwölftonreihe basiert. Die traditionelle Bluesform gepaart mit der eigenwilligen Melodie schafft auch hier einen spannenden Gegensatz.“

Chile Idle“ ist eine ungewöhnliche Ballade, in der Schlagzeuger Rodrigo Recabarren in die Rolle des Solisten schlüpft. „Während die Melodieinstrumente hier eine eher statische Funktion haben und das Thema in einer Schleife spielen, habe ich am Schlagzeug die Freiheit, das Stück zu gestalten. Eine etwas andere Rollenverteilung, die ich als interessante Herausforderung empfinde“, so Recabarren. Mit „Caterpillar“ steuert er eine Komposition zum Album bei, die einen rockigen Charakter hat und ein wenig an die Band Radiohead erinnert. „Dieses Stück ist etwas Groove-orientierter und ich wollte bewusst etwas experimenteller mit meinem Sound umgehen“, erläutert der Drummer aus Chile.

Nachdem MURAL das Jahr 2015 mit einer erfolgreichen Tour in Japan abgeschlossen haben, freuen sich Ishiguro, Schwebs und Recabarren nun auf die anstehenden Release-Konzerte, die sie nach Südamerika, Europa und New York führen.  

KONZERTE

Aktuell sind keine Termine vorhanden.