TREMPERA!

Sietske auf Facebook
1 2

EIN ALBUM VOLLER AUSGELASSENER, FRÖHLICHER MUSIK – BASIEREND AUF EINEM ANTIKEN FEST, DAS DIE REALEN LEBENSVERHÄLTNISSE IM RÖMISCHEN REICH SCHEINBAR AD ABSURDUM FÜHRT.

  • Intro
  • Veröffentlichungen

 

Bruno Calvo trumpet
Lluc Casares tenor saxophone and clarinet
Xavi Torres piano and Fender Rhodes
Giuseppe Romagnoli bass
Joan Terol drums

Trempera ist ein katalanisches Wort. Es bedeutet so viel wie „Aufregung“, „Enthusiasmus“ oder „Vergnügen“. Darauf basiert der Bandname des Quintetts, das gerade sein Debüt-Album „Saturnalia“ veröffentlicht hat.

Drei der Ensemble-Mitglieder von Tremperasind Katalanen: Lluc Casares (Tenorsaxofon und Klarinette), Xavi Torres (Klavier) und Joan Terol (Schlagzeug). Bruno Calvo (Trompete) kommt aus Andalusien, Giuseppe Romagnoli (Kontrabass) aus Italien. Der Name des Albums und des Titelstücks bezieht sich auf die antiken Festlichkeiten, die die Römer zu Ehren ihres Gottes Saturn abhielten. Es waren ausgelassene Feste, auf denen die Teilnehmer die Rollen tauschten. So war es zum Beispiel üblich, dass die Besitzer ihren Sklaven das Essen servierten. Völlerei und Zechgelage waren ebenso an der Tagesordnung wie verbotene Spiele.

Die Geburtsstunde für das Album schlug in Amsterdam, als das Quintett an einem Musikwettbewerb der ‚Keep an Eye Foundation‘ teilnahm. „Mit dem Preisgeld konnten wir die Studioaufnahmen und die Veröffentlichung des Albums finanzieren“, erklärt Joan Terol, der –ebenso wie seine Spielgefährten – inzwischen die meiste Zeit des Jahres in der niederländischen Metropole verbringt. „Unsere Idee war,  eine Art Konzeptalbum einzuspielen mit zueinander in Bezug stehenden Kompositionen. Mit Stücken, die einerseits fröhlich, aber auch kraftvoll und energiegeladen klingen sollten – auch wenn manche Passagen zumindest kompositionstechnisch etwas komplexer sind“, so Terol. 

In der Praxis klingt es jedoch erstaunlich warm  und ausgereift, wenn die fünf jungen, virtuosen Solisten zu ihren Instrumenten greifen und in Stücken wie „Io Saturnalia“, „Revelry“, „Optimus Dierum“, „Vestale_No Party“ oder „Saturnalicius Princeps“ von den altertümlichen Festlichkeiten erzählen. Songtitel, die dazu verleiten, das lateinische Wörterbuch im heimischen Regal zu entstauben. Oder sich einfach nur an den beeindruckenden, wunderschönen Kompositionen von Lluc Casares und Xavi Torres zu erfreuen. „Wir wollten kein reines Instrumentalalbum produzieren, sondern auch Textpassagen einbauen, um eine kleine Rahmengeschichte zu erzählen“, erklärt Joan. Deshalb enthalten fünf Stücke kurze Gedichte aus der Feder von Sam Herman, der diese auch stimmungsvoll vorträgt. 

SATURNALIA (2018)

tl_files/bertholdrec/sat-cover.jpg


Ein Album voller ausgelassener, fröhlicher Musik – basierend auf einem antiken Fest, das die realen Lebensverhältnisse im Römischen Reich scheinbar ad absurdum führt. Das mag zunächst paradox erscheinen. Doch Joan sieht durchaus Bezüge zur Gegenwart, da sich in Spanien und Italien gerade enorme soziale Umwälzungen vollziehen, die ihm und seinen Freunden große Sorgen bereiten. „Wir leben in einer Welt, in der politische Korruption, Steuerflucht, zockende Banker, Rassismus und Tierquälerei alltäglich sind. Und natürlich sind da auch die Flüchtlingskrise, unzeitgemäße, korrupte Monarchien und geradezu perverse, patriarchalische Oligarchien, in denen die Machthaber die ohnehin schon benachteiligten Menschen bestrafen, was wiederum zu prekären Jobs, Arbeitslosigkeit und Renten unterhalb der Armutsgrenze führt. Letztlich haben wir es mit einer Krise menschlicher Werte zu tun. Insofern mag die  fröhliche Anmutung von „Saturnalia“ unsere Art sein, der düsteren Realität zu entfliehen. Und gleichzeitig gegen sie anzuspielen, indem wir versuchen, mit unserer Musik so viele Menschen wie möglich zu erreichen.“  

Vier der fünf Mitglieder von Trempera kennen sich schon seit gemeinsamen Studientagen in Barcelona. „Unsere lange Freundschaft ist ein wichtiges Fundament der Gruppe“,  unterstreicht Joan und ergänzt: „Wir sind nicht einfach nur fünf Musiker, die zufällig in einer Band spielen. Als Ältester der Gruppe war ich der Erste, der nach Amsterdam zog, die anderen folgten mir, um gemeinsam studieren zu können. Dort trafen wir dann auch Giuseppe.

Die Jazz-Szene in Barcelona beschreibt Joan einerseits als hochkarätig - mit vielen exzellenten Musikern und Dozenten, andererseits aber auch als klein und lokal ausgerichtet. „In Amsterdam ist das völlig anders. Auf dem Konservatorium dort weht ein viel internationalerer Wind. Für Musiker sind das paradiesische Zustände, denn die Einrichtungen und Institutionen sind erstklassig und bieten sogar Wohnmöglichkeiten für Studenten. Zudem liegt Amsterdam geografisch sehr günstig mit direkter Anbindung an Deutschland, Belgien, Frankreich, Luxemburg und Großbritannien. Kein Wunder, dass sich dort die besten Musiker aus aller Welt tummeln.“

Inzwischen hat das Quintett seine Visitenkarte bereits auf diversen Festivals und in namhaften Clubs abgegeben, darunter im „Bimhuis“ (Amsterdam), „Lantaren Venster“ (Rotterdam) und im „Paradox“ (Tilburg), sowie im „Jamboree Jazzclub“ in Barcelona und auf dem „Jazz by the Pool“-Festival in Montegrotto (Italien).

Auf „Saturnialia“ zelebrieren die fünf Bandmitglieder Musizierkunst auf höchstem Niveau mit Stücken voller Gefühl und Sensibilität.