JULIA EHNINGER

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MIT IHREM ALBUM HIDDEN PLACE HYPNOTISIERT, ÜBERRASCHT UND VERFÜHRTJULIA EHNINGER IHR PUBLIKUM GLEICHERMASSEN

  • Intro
  • Veröffentlichungen

 

Julia Ehninger Gesang
Jonathan Hofmeister  Klavier
Nicolai Amrehn Kontrabass
Jeroen Truyen  Schlagzeug

Julia Ehninger strahlt eine herzliche Wärme aus – auf und abseits der Bühne. Und sie hat keine Scheu davor, mit ihrer Musik in die Tiefe zu gehen. Hidden Place heißt ihr neues Album, für das sie sowohl die Musik als auch die Texte geschrieben hat. Zusammen mit Jonathan Hofmeister (Klavier), Nicolai Amrehn (Kontrabass) und Jeroen Truyen (Schlagzeug) hat sie ein raffiniertes und nachdenkliches Album produziert, das Leichtigkeit mit meisterhafter Musizierkunst kombiniert.

Als Ehninger damit begann, erste Texte für das Album zu schreiben, hatte sie noch kein übergeordnetes Thema im Kopf. Das ergab sich erst, nachdem das Quartett die Stücke spielte. „Mir fiel auf, dass die Texte von Dingen handeln, die man auf der Oberfläche nicht sieht“, erinnert sich die Komponistin und ergänzt: „Es geht um die verborgenen Dynamiken, die unser Verhalten und unsere Emotionen beeinflussen. Wenn du auf der Bühne stehst, teilst du deine Gedanken mit dem Publikum. Egal, ob es sich um instrumentale Musik handelt oder um Stücke mit Texten.“

HIDDEN PLACE (2019)

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Von allen Kompositionen ist „Bipolar“ sicher diejenige, in der das Trio das Prinzip der „Verschränkung“ am konsequentesten umsetzt. Bass und Gitarre ergänzen sich rasant komplementär – auch während der Soli - und verschmelzen mühelos mit dem Schlagzeug. In „Urban Myth“ spinnen die Musiker immer feinere melodische Gewebe über schroffe Akzente, während die Ballade  „Monolith“ - mit ihren balkanesken, schwermütigen Akkorden - mehr ans Herz gerichtet ist.

„Adelante“ zelebriert die überschwänglich virtuose Spielfreude, wie man sie aus lateinamerikanischer Musik oder aus dem Flamenco kennt. In „Singularity“ lassen die Musiker ihre Melodien um einen durchlaufenen Zentralton kreisen – so wie Elektronen um einen Atomkern.„Mr. A is busy today“ hat Wingold seinem Sohn gewidmet als dieser seinen ersten Tag im Kindergarten hatte. „Anton war ‚busy‘ und ich hatte seit längerem die Muse zum Komponieren“, schmunzelt sein Vater. „Cowboy Calumet Abuse“ mutet eher ironisch an – ein augenzwinkernder Kommentar zur Country & Western-Szene und zur Tex-Mex-Gitarre. In „Swindle“ schließlich,  gibt es einen Takt, der einen Tick zu lang geraten ist, weil eine 16tel –Note zu viel auftaucht, was aber kaum hörbar ist und daher als eine Art Schwindel empfunden werden könnte. Der Kölner Gitarrist erklärt es so: „Im Deutschen kann ‚swindle“ auch ‚schwindelig‘ bedeuten. Das ist der gleiche Effekt wie bei einer optischen Täuschung. Man hat das Gefühl, dass da klanglich etwas nicht stimmt, aber man kommt nicht drauf, was es ist.“

Zu den Musikern, die Wingolds Stil beeinflussen, gehören der französische Komponist Henri Dutilleux, der „wunderschöne, geradezu sinnliche Musik schreibt, ohne jemals Klischees zu bemühen, ein Meister der filigranen und fein gewobenen Klangtexturen “ und Conlon Nancarrow, der als gebürtiger Amerikaner nach Mexiko auswanderte und vor allem für mechanisches (selbstspielendes) Klavier schrieb. „Er hat seine Musik direkt auf die großen Walzen komponiert. Die Löcher hat er selbst gestanzt, lange bevor man eine solche Musik mit Computern realisieren konnte. Dadurch konnte er rhythmische Ideen entwerfen, die in gängiger Notenschrift gar nicht darstellbar sind.“ Was Wingold an diesen Komponisten so schätzt, ist die Fähigkeit, sich eine eigene, neue, unabhängige musikalische Welt zu erschaffen.Obwohl man Wingold sicher keinen Traditionalisten nennen kann, ist er doch ein großer Fan des Jazzgitarristen Jim Hall und bewundert dessen enorme Musikalität. „Von allen großartigen Jazzgitarristen nimmt  er den kürzesten Weg zwischen musikalischer Idee und deren Umsetzung“ begründet das Wingold und ergänzt. „Für mich war und ist er nach wie vor enorm inspirierend. Wenn ich ihn spielen höre,  stelle ich mir niemals die Frage nach ‚modern‘ oder ‚traditionell‘. Ich erfreue mich einfach an dieser puren Schönheit und seinem direkten Spiel.“Auf „Entangled Music“ bringen Wingold, Landfermann und Burgwinkel ihre unterschiedlichen musikalischen Einflüsse und reichhaltigen Erfahrungen ein, die sie auf Tourneen und Konzerten, sowie in unterschiedlichen Formationen gesammelt haben. Ihr Sound – elaboriert und dicht – spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab, die transparente Synchronizität sich ergänzender Strukturen macht den besonderen Reiz dieser Musik aus. Auf diese Weise entstehen kleine kompositorische und improvisatorische Meisterwerke, in denen das Trio die traditionellen Rollenverteilungen der Instrumente aufbricht. Eine sehr persönliche und emotionale Art, musikalische Ideen auszudrücken. Und ein – in jeder Hinsicht - grandioses Hörerlebnis.